E-Commerce-Verpackung: Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

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Der E-Commerce boomt. Angetrieben nicht zuletzt durch Pandemie und Lockdown wuchsen die Onlineverkäufe von 2019 bis 2020 dreimal so stark wie im Vorjahreszeitraum. Die Verpackung entwickelt sich als zentraler Faktor des Business dabei zusehends zum „Hidden Champion“. Neben dem Produktschutz als zentrale Anforderung steht ihre Nachhaltigkeit verstärkt im Brennpunkt. Konsumenten erwarten hier überzeugende Lösungen. Gefragt ist also eine kluge Balance. Und gefordert sind Innovationen, für die es ausreichend Spielraum gibt.

 

Für den dynamisch wachsenden Onlinehandel spielt die Verpackung eine zentrale Rolle. Sie entwickelt sich zu einer Art „Hidden Champion“. Ohne sie geht nichts im E-Commerce. Optimaler Produktschutz bleibt dabei die zentrale Anforderung. Gleichzeitig wird das Thema Nachhaltigkeit immer wichtiger. Denn die Verpackung steht auch für Konsumentinnen und Konsumenten im Fokus beim Onlinehandel – und hier insbesondere die Nachhaltigkeit. Es wird in Zukunft also noch wichtiger, die richtige Balance zwischen Produkt- und Umweltschutz zu finden. Manchmal können bereits „einfache“ Lösungen Abhilfe schaffen. Insgesamt aber gibt es noch viel Platz für Innovation.

 

Nachhaltige Verpackungen als zentraler Faktor beim Onlinekauf

Dass sich Nachhaltigkeit immer stärker zu einem zentralen Faktor für die Akzeptanz des genutzten Service und des verpackten Produkts entwickelt, zeigen nicht zuletzt aktuelle Erhebungen.

So zeigt eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsunternehmens Civey von Dezember 2020, dass eine nachhaltige Verpackung beim Onlinehandel für 42,7 Prozent der Befragten eine wichtige Rolle spielt. Das Fazit der Befragung ist deutlich: Lieferanten, die das Thema „Nachhaltiges Verpacken“ vernachlässigen, werden von Kunden aktiv abgewählt.

 

Was Konsumenten nachhaltig finden.

Eine Onlinebefragung von YouGov im Auftrag von Box Inc von April 2021 zeigt, dass für 68 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem Kunststoffverpackungen einen Nachhaltigkeits-malus vermitteln. Ihrer Ansicht nach sollten nachhaltige Verpackungen recycelbar (57 Prozent) oder aus Papier, Karton bzw. Wellpappe sein (40 Prozent). Über die Hälfte (53 Prozent) empfinden es zudem als nachhaltiger, wenn dieselbe Verpackung auch für eventuelle Retouren verwendet werden kann.

 

Wie reagieren die Unternehmen?

Viele Versender haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt und reagieren auf die wachsende Relevanz des Themas mit diversen, oft schnell umsetzbaren Maßnahmen.

  • Verpackungen mit hoher Umweltbelastung werden durch umweltverträglichere Alternativen ersetzt.
  • Das betrifft insbesondere aber längst nicht ausschließlich PVC.
  • Auch konventionelle Luftpolsterfolie steht auf der Vermeiden-Liste. Als Alternative werden Verpackungschips auf Maisbasis und Papierpolster verwendet. Dort, wo Luftpolsterfolie zum Einsatz kommt, wird auf klimaneutrale Produktion geachtet.
  • Beliebt sind außerdem biobasierte Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen, vermehrt auch alternativer Art, wie beispielsweise Graskarton.
  • Unabhängig vom verwendeten Material steht die Kreislauffähigkeit der Verpackung im Mittelpunkt. Recyclingfähigkeit ist Pflicht.
  • Die Verpackung kommuniziert den Einsatz nachhaltigerer Materialien gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern.

 

Platz für Innovationen

Abseits der „einfachen“ Lösungen gibt es viel Platz für nachhaltige Innovationen bei Verpackungen im Onlinehandel. Der erste Schritt ist oft die konsequente Umstellung auf faserbasierte Verpackungen, wie beispielsweise von Tchibo praktiziert.

Darüber hinaus stecken viele Lösungen noch in den Kinderschuhen. Dazu zählen intelligente Mehrweglösungen aber auch die Mehrfachnutzung von Verpackungen aus Retouren.

Der Markt für solche Angebote ist bereits da und er wird weiter dynamisch wachsen – im Gleichschritt mit dem boomenden Onlinehandel und der ungebremst wachsenden Erwartungshaltung der Konsumentinnen und Konsumenten beim Thema Nachhaltigkeit.

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    Julia Schober

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