E-Commerce-Versand steigt weiter

E-Commerce-Versand steigt weiter

Nach der erfolgreichen Einführung von E-PACK in den USA startete Smithers Pira nun diese Konferenz erstmalig auch in Europa.

Der E-Commerce-Versand steigt stetig. Alleine zwischen 2014 und 2016 wurde weltweit eine Zunahme von 33 % verzeichnet. Dieser Vertriebskanal entwickelt sich schnell von einer Nischen- zu einer Volumenanwendung. Dies stellt die Verpackungsindustrie vor technische Herausforderungen in Bezug auf funktionales Design und Schutz. Gleichzeitig aber eröffnet sie neue Geschäftsmöglichkeiten, da sich die E-Commerce-Lieferkette für die Verpackungstechnik deutlich von derjenigen für den traditionellen Einzelhandel unterscheidet.

Als erste branchenübergreifende Konferenz in Europa thematisierte diese den wachsenden E-Commerce-Markt und bot der gesamten Verpackungsbranche eine Plattform, um Herausforderungen und Lösungen im Bereich E-Commerce-Verpackungen zu diskutieren.

Im Fokus standen dabei innovative und insbesondere nachhaltige Verpackungslösungen, Fallstudien führender Marken und Einzelhändler sowie technische Herausforderungen in Bezug auf funktionales Design und Schutz von E-Commerce-Verpackungen.

Die folgenden Haupterkenntnisse lassen sich aus der Konferenz ableiten:

  1. Oberstes Gebot ist der Produktschutz: Inzwischen ist klar, dass beim E-Commerce der größte Teil des Schadens an einem Produkt oder seiner Verpackung auf der “letzten Meile” entsteht. Dies ist nicht verwunderlich, da es 20 oder mehr Berührungspunkte geben kann, verglichen mit den 5 bis 7, die im traditionellen Einzelhandel gesehen werden können.
  2. Herausforderung für Markeninhaber – die Anpassung an den Onlinehandel: Es muss ein Umdenken stattfinden in Bezug auf das, was tatsächlich online funktioniert und wie ein Produkt erfolgreich verkauft werden kann. Beeindruckend dafür ein Beispiel von Snickers. Zusammen mit Alibaba entwickelte Mars einen neuen würzigen Snickers-Riegel speziell für den chinesischen Markt, der ausschließlich online erhältlich war.

    (Quelle: E-Pack, Mondeléz)
  3. Omnichannel: In der Vergangenheit waren Einzelhändler entweder Bricks & Mortar oder Versandhandel, aber mit dem Aufkommen des E-Commerce verschwimmen diese Grenzen zunehmend. Heute muss dem Kunden jede Option offen gehalten werden. Dadurch ergibt sich zunehmend die Suche nach geeigneten Lösungen. Entweder nach einem System für alle Vertriebskanäle oder unterschiedliche Produkt- und Verpackungslinien für jeden einzelnen Kanal.
  4. Mehrwegverpackungen auf dem Vormarsch: RePack stellt dabei eindrucksvoll sein System vor, welches Kunden und Onlinehändler zu einem Mehrwegkreislauf zusammen bringt. Nach Erhalt der bestellten Ware können Kunden die leere RePack-Verpackung ganz einfach auf Briefformat zusammenfalten und kostenfrei über jeden Briefkasten dieser Welt in den Kreislauf zurückführen.
  5. Nachhaltiges Design: Die Frage nach nachhaltigem Verpackungsdesign ist natürlich eine Frage, die sich entlang der gesamten Lieferkette stellt. Das Hauptproblem liegt darin, dass 80 % der Verpackungen in Designs verschickt werden, die seit 1960 im Wesentlichen unverändert geblieben sind und zum Standard erhoben wurden: Die klassische Schachtel aus Wellpappe.

All das gibt einen Eindruck vom Umfang der Konferenz. Daneben wurden weitere interessante Themen behandelt, wie z. B. der Schaffung einer wirkungsvollen Unboxing-Erfahrung bis hin zu Algorithmen und künstlicher Intelligenz, die die Komplexität innerhalb komplizierter Lieferketten bewältigen.

Alles in allem eine herausragende Konferenz mit einer Vielzahl interessanter Vorträge.

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Karsten Beutner

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