Lieferkettenprobleme: Der Ausweg bei steigenden Transportkosten und gestiegenen Preisen hat System

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Lieferengpässe und die Überlastung der Verkehrsträger führen zu steigenden Preisen beim Transport. Der Anstieg schlägt durch und zeigt Auswirkungen durch die gesamte Kette hindurch. Die Kosten für Verpackungen können sich dadurch um rund 2,5 Prozent erhöhen. Abhilfe für die Lieferkettenprobleme versprechen Transport Management Systeme, die als digitale Logistikplattform zu deutlichen Kosteneinsparungen führen können. Wir beleuchten die aktuelle Situation und beschildern den Ausweg.

 

Neben den vielfach thematisierten Engpässen bei Roh- und Packstoffen schiebt sich ein weiterer, aggressiver Kostentreiber in den Vordergrund: Transportbedingte Lieferengpässe, die inzwischen alle Verkehrsträger betreffen – vom LKW über Flug- und Schiffs- bis hin zum Schienenverkehr. Da Verpackungen auf günstige Frachtpreise angewiesen sind, birgt eine starke Kostensteigerung große Gefahren für die gesamte Branche.

 

Fokus Verpackungsmaschinen: Die aktuelle Transportsituation auf See

Beim Schiffstransport zeigt sich eine deutliche Verteuerung der Preise. So ist der Containertransport auf dem Spotmarkt mit einem Durchschnittspreis von 10.194 Dollar pro 40-Fuß-Container im Oktober viermal so teuer, wie vor Jahresfrist. Zu den Gründen für die angespannten maritimen Lieferketten zählen weiterhin die Nachwirkungen der Blockade des Suezkanals. Dazu kommen Corona-Ausbrüche in chinesischen Hafenstädten. Noch schwerwiegender wirken sich jedoch geschlossene Seehäfen oder Container-Abfertigungsstaus in Europa und den USA aus. Containerpreise sind insbesondere für Verpackungsmaschinenbauer wichtig, da wichtige Exportmärkte für ihre Produkte in Asien und Amerika liegen.

 

Fokus Verpackungen: Die aktuelle Transportsituation auf der Straße

Das Geschäft mit Verpackungen ist eher regional geprägt und deshalb sind die Transportkosten mit dem LKW relevanter. Schon seit März 2021 sinken die Transportkapazitäten auf der Straße. Im Mai 2021 erreichten sie ein Dreijahrestief. Die wirtschaftliche Erholung ist ein ausschlaggebender Grund für diese Entwicklung. Aber auch die Knappheit an LKW-Fahrern schlägt zu Buche. Genau wie die anhaltend hohen Preise für Diesel, die inzwischen ein Achtjahreshoch erreicht haben. Die Folge sind steigende Transportpreise:

  • Allein seit April 2021 kletterten sie um 8,4 Prozent. Im Vergleich zum Mai des Vorjahres betrug die Steigerung sogar satte 28 Prozent.
  • Vor der Corona-Krise galten 1,25 € pro Lastkilometer als kostendeckend. Während der Krise gab es ein Überangebot an leeren Fahrzeugen. Die stark gesunkene Nachfrage führte dazu, dass selbst 0,90 € pro Lastkilometer nicht ungewöhnlich war. Im ersten Quartal 2021 stieg der Preis pro Lastenkilometer in Europa dann auf 1,57 €. Mittlerweile sind die durchschnittlichen Preise auf 1,70 € gestiegen.

Man muss davon ausgehen, dass die Preise weiter steigen. So erwarten Logistikdienstleister und Verlader für den LWK-Güterverkehr in Deutschland keine Entspannung. Im Gegenteil gehen über 70 Prozent davon aus, dass das Transportaufkommen in den kommenden 12 Monaten weiter steigen wird, ohne dass dem ein relevanter Ausbau der Transportkapazitäten gegenübersteht.

 

Auswirkungen auf die Verpackung

Für die Verpackungsunternehmen, die ihre Ware auf der Straße zu einem Abfüller liefern, hat die Entwicklung zu einem Anstieg von 225 € für eine Fahrt von 500 Kilometern im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau geführt.

Bei einer exemplarischen Kalkulation für ein Standardverpackungssystem (Hohlkörper) kann das zu einem Kostenanstieg von 0,6 Cent pro Verpackung führen – was rund 2,5 Prozent der durchschnittlichen Gesamtkosten einer Verpackung entspricht.

 

Abhilfe und Ausweg

Grundsätzlich sollten Regierung und EU dafür sorgen, dass der Job des LKW-Fahrers attraktiver wird und sich mehr Menschen für diese Arbeit interessieren. Ganz abgesehen davon, wie realistisch das ist, würde diese Maßnahme aber kurzfristig ohnehin keine Entlastung bringen.

Was sich schneller umsetzten lässt und was Unternehmen vor allem selber in der Hand haben, ist die Einführung eines Transport Management Systems (TMS).

 

Hier geht’s lang: TMS

Transport Management Systeme sind Logistikplattformen, die Unternehmen über den Einsatz von Technologie bei der Planung, Ausführung und Optimierung des physischen Warenverkehrs unterstützen.

  • TMS schließen eingehende und ausgehende Waren ein und stellen dabei sicher, dass die Warensendung den Vorschriften entsprechend durchgeführt und ausreichend dokumentiert wird.
  • TMS sind oft Teil eines größeren Supply Chain Management-Systems.

Zu den Vorteilen von Transport Management Systemen gehören:

  • Kostensenkungen durch bessere Tarife, optimierte Routen und reduzierte Leerladungen. Im Durchschnitt lassen sich die Kosten um 7,2 % senken.
  • Effizienz- und Produktivitätssteigerungen durch einen verminderten Zeitaufwand für die Organisation der Lieferkette sowie die Reduzierung von Fehlerquellen.
  • Hohe Transparenz und ein deutlich besserer Blick auf und in die gesamte Lieferkette.

 

Fazit

Während sich TMS früher nur für Unternehmen lohnten, die mehrere Millionen Euro für Frachttransporte ausgeben, eröffnen cloudbasierte TMS-Lösungen nun auch kleineren Unternehmen die Chance, ein Transport Management System in ihre Supply Chain zu integrieren. Kontaktieren Sie uns gerne, um die für Sie optimalen Anbieter und Pricing-Modelle zu finden.

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