Verpackungsindustrie, NGO und Markenartikler treffen sich beim Deutschen Verpackungskongress zu kontroverser Diskussion

Über 190 Teilnehmer – weit mehr als üblich – begrüßte das dvi zum Deutschen Verpackungskongress am 22.03.2018 in Berlin. Der Grund für die große Resonanz: die zwei aktuellen Top-Themen der Branche – Nachhaltigkeit und Digitalisierung – standen auf der Agenda und wurden intensiv und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

 

Moderiert durch den wie üblich kompetenten und eloquenten Moderator Norman Odenthal eröffnete ein Ausblick zur konjunkturellen nationalen und internationalen Lage durch Prof. Dr. Hüther vom Institut der Deutschen Wirtschaft den Kongress. Zusammengefasst: Trotz Brexit und Trump-Strafzöllen geht es weiter bergauf.

Zu der Frage „Verpackung – lebensnotwendig oder entbehrlich?“ präsentierten und diskutierten Vertreter der Verpackungsindustrie mit dem NGO, WWF und der Gründerin der Supermarktkette „Original unverpackt“ sachlich und emotional. Deutlich wurde in der Diskussion, dass es ohne ein regulierendes staatliches Element nahezu unmöglich ist, eine gerechte Priorisierung der Umweltfaktoren (was ist wichtiger: Carbonfootprint-Reduzierung oder Abfallvermeidung?) durchzuführen. Die anstehende Erhöhung der Recyclingquoten und die steigenden Anforderungen an die Recyclingfähigkeit einer Verpackung stellen solch eine Lenkung dar.

Im Anschluss ging es um die Verpackung als Bestandteil nachhaltiger Strategien. Zu Beginn sorgten erschreckende Bilder vom Verpackungsmüll in den Ozeanen für betroffene Gesichter. Die Sicht eines führenden Markenartiklers (Procter&Gamble) und weitere Beispiele aus dem Markt zeigten, dass es durchaus erste positive Beispiele zur Rolle der Verpackung im Rahmen einer Gesamtnachhaltigkeitsstrategie gibt. Wie es gemeinsam geht, zeigten Mar-Ko Fleischwaren und der Verpackungslieferant Wipak, die eine Verpackungslösung durch Änderungen des Verbundaufbaus, Carbon-Offsetting und mit Hilfe modernster Digitaldrucktechnologie auf CO2-neutral gestellt und erfolgreich im Markt platziert haben.

Im zweiten Block ging es um Digital Business Transformation. Der Etventure-Gründer Dr. Lüdtke erschreckte die Teilnehmer mit dem Vortragstitel „Digitize or die“. Wie man digitalisieren kann, stellten sodann zwei Vertreter der Constantia Flexibles vor, die ihr interactive Packaging-Angebot für Markenartikler präsentierten, das ganz neue Möglichkeiten zur Steigerung der Consumer Experience bietet.

Im Abschlussvortrag gab der scheidende dvi-Vorsitzende Thomas Reiner den Verpackungsexperten drei Ratschläge mit auf den Weg:

 

  1. Digitalisierung ernst nehmen, da es ein Game Changer werden wird.
  1. In Nachhaltigkeitsfragen selbstbewusst auftreten, da Verpackung mehr leistet als sie gesamtwirtschaftlich belastet, aber die bestehenden Probleme nicht wegdiskutieren („Verpackungen gehören nicht in den Ozean – auch, wenn wir sie dort nicht reingeschmissen haben, sollten wir Teil der Lösung sein.“).
  1. Innovativ und agil werden, um den sich beschleunigenden Veränderungen gestärkt entgegen zu treten.

 

Ein attraktives Rahmenprogramm mit toller Abendveranstaltung und verschiedenen Workshops am 23.03.2018 rundeten die gelungene Veranstaltung ab.

  1. Ansprechpartner: » Matthias Giebel
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