„Begin with the end in mind“

„Begin with the end in mind“

Für Steven Covey („7 Habits of highly effective people“) ist dies einer der Schlüssel zum Erfolg. Auch die Verpackung kann sich dies zum Nutzen machen. Das bedeutet, dass Verpackungen schon von Beginn an ganzheitlich zu betrachten und im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Recyclingfähigkeit zu gestalten sind – „Design for recycling“ eben.

Hier kommt auch das neue Verpackungsgesetz zum Zuge, welches zum 01.01.2019 in Kraft getreten ist. Hauptziel des Gesetzes ist es, wesentlich mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Außerdem sollen Inverkehrbringer stärker dazu angehalten werden, ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen zu verwenden. Die von Industrie und Handel finanzierten dualen Systeme müssen ab 2019 deutlich höhere Recyclingquoten erfüllen. Diese gelten für alle Verpackungen, die bei dualen Systemen lizenziert sind. Die Recyclingquote für Kunststoffverpackungen wird bis zum Jahr 2022 von heute 36 % auf 63 % steigen. Die Recyclingquoten bei Metallen (heute bei 60 %), Papier (70 %) und Glas (75 %) werden bis 2022 auf 90 % ansteigen.

Die Lizenzentgelte der dualen Systeme, die für die Entsorgung einer Verpackung zu zahlen sind, müssen sich zudem stärker an ökologischen Aspekten orientieren. Die damit verbundene Neugestaltung der Lizenzentgelte, mit der recyclingfähige Verpackungen mit geringeren und nicht recyclingfähige Verpackungen mit höheren Entgelten belegt werden, sollen einen höheren Anreiz für nachhaltigere Verpackungen schaffen und die Recyclingquoten erhöhen.

Zentrale Stelle, duale Systeme und Gesetzgeber erhöhen den Druck auf Inverkehrbringer. Auch der Handel fordert zum Um- und Weiterdenken auf. (Bsp. Lidl: Erhöhung der Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen der Eigenmarkenprodukte auf 100 % bis 2025)

Neben dem öffentlichen Druck auf Verpackungsunternehmen und Inverkehrbringer ist sicher auch die eigene Verantwortung der Industrie ein wichtiger Treiber in der ganzheitlichen Betrachtung. Die Verpackung ist Teil der Lösung und nicht das alleinige Problem. Je schneller man den Wert der Verpackung (wieder)erkennt – und dies im primären Produktschutz aber auch als wichtigen Rohstoff in einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft – desto schneller werden auch wirtschaftliche Anreize greifen, Verpackungen ökologisch sinnvoller zu gestalten.

Durch das Verpackungsgesetz und die heute sehr aktuelle Diskussion in der Öffentlichkeit verschieben sich die drei Kernaspekte einer Verpackung (wirtschaftlich, funktional, ökologisch) mehr hin zu einem Gleichgewicht. „Design for recycling“ wird eine wesentliche Rolle in der Erreichung aller drei Aspekte spielen und im Jahr 2019 noch deutlich an Bedeutung gewinnen.

B+P ist von der Notwendigkeit nachhaltigen Handelns überzeugt und Nachhaltigkeit gehört seit Jahren zu den strategischen Beratungsfeldern.

 

  1. Ansprechpartner: » Stephan Heckmann

 

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Matthias Giebel

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