Fokus Klima: Absolut Vodka setzt auf Glas aus einem wasserstoffbefeuerten Ofen

Image source: absolut.com

Der französische Spirituosenkonzern Pernod Ricard setzt bei der Energie für die Glasproduktion seiner „Absolut Vodka“-Flaschen verstärkt auf Wasserstoff. Die Initiative von „The Absolut Company“ ist ein wichtiger Meilenstein, um bis 2030 vollständige CO2-neutral zu werden. Das Klimathema gewinnt insgesamt immer stärker an Bedeutung bei den Nachhaltigkeitsstrategien der Marken – und damit der gesamten Wertschöpfungskette. Auch Verpackungslieferanten sollten aktiv werden. Denn wer beim Erreichen von CO2-Zielen helfen kann, erhöht seine Chancen bei der Bindung bestehender Kunden und bei der Neukundenakquise.

 

Absolut Vodka wird eine der ersten globalen Spirituosenmarken sein, die bei der Herstellung ihrer Flaschen auf einen teilweise mit Wasserstoffenergie befeuerten Glasofen für die Großproduktion umstellt. Die Marke hat mit einem Glaslieferanten eine entsprechende Vereinbarung getroffen.

Start der Lieferungen aus dem Ofen ist die zweite Jahreshälfte 2023. Die Umstellung ist umfassend, da The Absolut Company alle Absolut-Vodkaflaschen weltweit auf das „neue Glas“ umstellen will.

 

Wasserstoff statt Erdgas und Strom

Derzeit setzt der Lieferant noch eine Kombination aus Erdgas und Strom zum Betrieb seiner Öfen ein. Mit dem Start des Pilotprojekts werden dann 20 Prozent des Erdgases durch grünen Wasserstoff ersetzt. Der Wasserstoff wird vor Ort beim Lieferanten unter Verwendung von Strom aus erneuerbaren Quellen produziert.

 

Wasserstoff und Fußabdruck

Die Wasserstoff-Initiative ist für Absolut Vodka ein wichtiger Meilenstein, um bis 2030 vollständig CO2-neutral werden zu können. Dieses Ziel ist ohne die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks der Glasverpackungen nicht zu erreichen. Durch die Verwendung von Wasserstoff bei der Glasherstellung könnte die Marke ihren Fußabdruck um 20 Prozent reduzieren.

 

Weitere Schritte zum Klimaziel

Der Schritt hin zu Wasserstoff als Energiequelle ist nur ein Baustein im Klimaplan von Absolut Vodka. Um weiteres Potential auszuschöpfen und die CO2-Emissionen zu senken, will man

  • das Gewicht der Glasflaschen reduzieren,
  • den Anteil von Strom am Energiemix auf Kosten von Erdgas erhöhen und
  • mehr recyceltes Weißglas einsetzen, um die aktuelle Quote von 53 Prozent zu steigern.

 

Emissionsrechte als Investments

Absolut Vodka rühmt sich, schon heute eine der energieeffizientesten Destillerien der Welt zu betreiben. Sie soll 98 Prozent weniger Emissionen als eine durchschnittliche Brennerei erzeugen. Laut Unternehmensangaben habe man dadurch einen Überschuss an Emissionsrechten aufgebaut, deren Erlös in die grüne Transformation investiert werden sollen.

 

Die Wertschöpfungskette rückt in den Blickpunkt

Stéphanie Durroux, Chief Executive von The Absolut Company, beschreibt einen Prozess, bei dem man sich zuerst auf die eigenen Stellschrauben konzentriert hat und nun einen Schritt weiter gehen kann:

  • „Da wir seit Jahrzehnten in unsere eigene Produktion investieren, unsere Emissionen senken und die Energieeffizienz steigern, sind wir jetzt in einer Position, in der wir uns auch auf die Teile von konzentrieren können unserer Wertschöpfungskette, die außerhalb oder in unserem eigenen Bereich liegen. Die Glasherstellungsindustrie befindet sich auf einem transformativen Weg und die Welt kann nicht auf die perfekte Lösung warten. Ein mutiger und innovativer Ansatz ist erforderlich, um radikale Veränderungen zu beschleunigen, die dazu beitragen, die erheblichen Nachhaltigkeitsherausforderungen zu lösen, mit denen alle Glashersteller und Käufer von Glas konfrontiert sind.“

 

Chancen und Risiken für Verpackungslieferanten

Das Klimathema gewinnt immer stärker an Bedeutung. Die großen Marken gehören zu den absoluten Treibern dieser Entwicklung. Sie haben sich öffentlich Klimaziele gesetzt und müssen nun zusehen, wie sie diese erfüllen können. Das geht nur, wenn der Fußabdruck über die gesamte Lieferkette hinweg kleiner wird.

Für Verpackungslieferanten bedeutet das, ihrer Energieversorgung noch mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Sie müssen das Thema sortiert bekommen.

Die Entwicklung birgt Risiken, aber auch Chancen. Denn wer Marken bei ihren CO2-Zielen helfen kann, hat nicht nur Chancen bei der Akquise von Neukunden. Er hat auch starke Argumente, um Kunden langfristig zu binden.


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    Thomas Reiner

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