New Plastics Economy und Circular Economy sind beides Mannschaftssportarten

Wer sich den letzten veröffentlichten Fortschrittsbericht der New Plastics Economy vom Oktober 2019 näher anschaut, der ist zunächst beeindruckt von den bereits erreichten Fortschritten, z. B. dass…

  • die mittlerweile mehr als 200 Unterzeichner insgesamt ca. 20 % aller global verwendeten Kunststoffverpackungen repräsentieren.
  • etwa 60 % der Marken, Einzelhändler und Verpackungshersteller in der Unterzeichnergruppe, die PS, ePS oder PVDC verwenden oder verwendet haben, diese Materialien aus ihrem Portfolio eliminiert oder konkrete Pläne ausgearbeitet haben, diese Materialien auslaufen zu lassen.
  • ungefähr 60 % der Kunststoffverpackungen der Unterzeichner in der Praxis und in der Größenordnung von heute wiederverwendbar, wiederverwertbar oder kompostierbar sind.
  • Unternehmen und Einzelhändler sich verpflichtet haben, ihre Verpackungen bis 2025 zu durchschnittlich 22 % aus recyceltem Material herzustellen.

Die Maßnahmen Reduzierung von Kunststoffen und Design for Recycling zur Herstellung der Recyclingfähigkeit der Kunststoffverpackungen haben derzeit bereits ein starkes Momentum. Das Thema Einsatz von Recyclaten steckt hingegen noch in den Kinderschuhen und der berichtete Fortschritt liegt bei den meisten Unterzeichnern noch im kleinen einstelligen Prozentbereich. Die erforderlichen lebensmittelgeeigneten Recyclatqualitäten liegen nicht vor und in den kommenden Jahren sind diesbezüglich gewaltige Anstrengungen der Value Chain erforderlich.

Eine klare Tendenz zeigt sich dabei, die Themen Design for Recycling und Recyclateinsatz nicht als Wettbewerbsinstrument zu verwenden. Ganz im Gegenteil werden gezielt gemeinsam mit der Wertkette und sogar Wettbewerbern unter Beachtung der wettbewerbsrechtlichen Regularien Verpackungssysteme neu gestaltet und Recyclingkreisläufe aufgebaut.

Aktuell untersuchen wir in zwei Multi-Client-Projekten die Potentiale dieser Ansätze und die Ergebnisse sind erstaunlich positiv. Entscheidend ist dabei, dass der Betrachtungsrahmen ein konkretes Verpackungssystem mit Mengenrelevanz darstellt und auf der existenten Sammel- und Sortierinfrastruktur zumindest eines Landes aufbauen kann.

 

  1. Ansprechpartner: » Matthias Giebel

 

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