Sainsbury’s stellt die Kaffeepads seiner Eigenmarke von Kunststoff auf Aluminium um

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Die britische Supermarktkette Sainsbury’s stellt das gesamte Kaffeepad-Sortiment ihrer Eigenmarke von Kunststoff auf Aluminium um. Der Schritt soll die haushaltsnahe Sammlung von geleerten Verpackungen fördern und jedes Jahr zehn Millionen Plastikteile verhindern. Die Aktion von Sainsbury’s zeigt, wie groß die Schmerzen bei Kreisläufen sind, die nicht geschlossen sind. Vergessen sollte man aber nicht, dass Kunststoff aus CO2-Klimasicht eigentlich die bessere Wahl wäre. Wir müssen aufpassen, den Kreislauf nicht gegen das Klima auszuspielen. Im Endeffekt brauchen wir beides: Geschlossene Kreisläufe UND Klimaneutralität.

 

Die Ankündigung von Sainsbury’s kam im September: Ab Oktober 2022, so die britische Supermarktkette, werde man alle Kaffeepads der Eigenmarke von Kunststoff auf angeblich vollständig recycelbares Aluminium umstellen.

 

Das Ziel

Mit der Umstellung von Kunststoff auf angeblich vollständig recycelbares Aluminium will Sainsbury’s die haushaltsnahe Entsorgung seiner Kaffeepads erleichtern und jährlich zehn Millionen Plastikteile vor der Mülldeponie bewahren. Den Verbrauchern will man mit dem Schritt die Gewissheit geben, dass ihre Abfälle in den richtigen Abfallstrom gelangen und tatsächlich stofflich wiederverwertet werden.

Die britische Supermarktkette betrachtet den Wechsel auf Kaffeepads aus Aluminium als einen Schritt in Richtung ihres Ziels, die Menge aller Eigenmarken-Kunststoffverpackungen bis 2025 zu halbieren. Auch bei anderen Produkten will man Hand an die Verpackung legen und diese neugestalten. So beispielsweise bei den nachfüllbaren 1-Liter-Beuteln für Handwaschmitteln. Auch die Länge der Toilettenpapierrollen will man verdoppeln und damit 84 Tonnen Kunststoff pro Jahr einsparen.

 

Haar in der Suppe

Sainsbury’s ermutigt die Verbraucherinnen und Verbraucher, die Kaffeepads aus Aluminium nach Gebrauch mit einem Teelöffel zu leeren und auszuspülen. Mit dieser Vorbehandlung sind sie optimal für die haushaltsnahe Entsorgung vorbereitet. Das ist technisch und im Sinne eines möglichst reibungslosen und effizienten Kreislaufs sicher eine gute Sache. Allerdings wollen wir als Konsumenten Lösungen – und keine Aufgaben. In welchem Ausmaß Verbraucherinnen und Verbraucher hier tatsächlich zum Teelöffel greifen, bleibt offen.

 

Fazit

Wenn wir den Kunststoffkreislauf nicht schließen, wird Kunststoff durch andere Materialien substituiert. Das endlos recycelbare Aluminium ist hierbei eine Möglichkeit. Vergessen sollte man aber nicht, dass Kunststoff aus Klimasicht deutliche Vorteile gegenüber Aluminium hat. Seine CO2-Bilanz ist selbst im Vergleich zu recyceltem Aluminium viel besser.

Der Vorteil von Aluminium ist vor allem, dass er auf die Kunststoffreduktionsziele der Unternehmen einzahlt. Und er ist vollständig kreislauffähig. Das Sainsbury’s-Beispiel zeigt eben auch, wie groß die Schmerzen in Bezug auf (mangelnde) Kreislauffähigkeit sind.

 

Appell

Wir müssen aufpassen, dass wir nicht nur die Kreislauffähigkeit sicherstellen, sondern auch bei der Klimabilanz auf der richtigen Seite stehen. Wir brauchen beides. Das eine auf Kosten des anderen umzusetzen, kann keine finale Lösung sein.


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    Thomas Reiner

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