Sauerstoffabsorber mit Performance-Defiziten

Marktbefragung zeigt, dass Folien mit integrierten Sauerstoffabsorbern in ihrer Leistungsfähigkeit nicht an die herkömmlichen Beutellösungen heranreichen. Im Rahmen einer Investitionsentscheidung für ein Chemie-Unternehmen hat B+P eine Marktbefragung von Folien-Convertern durchgeführt. Ziel des Projektes war es, die heutigen Lösungen zu analysieren und einen Ausblick über zukünftige Entwicklungsschritte zu geben.

Als Einsatzgebiet von Sauerstoffabsorbern wird bei allen Beteiligten die Verlängerung des MHD gesehen, wobei die Erwartungshaltungen sich natürlich nach den produkt- und verpackungsspezifischen Eigenschaften richten. So wird bei Frischeverpackungen bereits eine ShelfLife-Verlängerung um einen Tag als Mehrwert gesehen, während bei Barriere-Bechern als Konservenersatz eine Verlängerung um mehrere Monate erwartet wird.

Je nach Einsatz gibt es vier Gründe für den Einsatz von Scavenger-Lösungen:

  • Eliminierung des Restsauerstoffs in der Packung
  • Bindung von Sauerstoff, der mit der Zeit in die Packung eindringt
  • Bindung von Sauerstoff, der mit der Zeit vom Produkt selbst freigesetzt wird
  • Überbrückung des Retort-Schocks von EVOH bei Sterilisationsanwendungen

Gängige Lösung vor allem im asiatischen Raum ist hierfür der Einsatz von Beuteln mit einem (zumeist) eisenbasierten Sauerstofffänger. Diese Lösungen werden im europäischen Raum nur ungern eingesetzt, da der Konsument die Sachets in der Packung als Fremdkörper einstufen und das Produkt ablehnen könnte.

Der Ansatz, den Scavenger in die Folie bzw. Verpackung einzubringen, wird daher einheitlich als der richtige Schritt angesehen. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die integrierten Systeme haben aber auch Schwächen:

  • Die Eliminierung des Sauerstoffs innerhalb der Packung dauert länger
    als bei den Sachet-Lösungen.
  • Für Dünnfolien sind die heutigen Systeme meist ungeeignet, da die Körnung des Absorbers noch zu groß für eine Verarbeitung in den innenliegenden Kunststoffschichten ist.

Egal welche Lösung bevorzugt wird, eine Verlängerung der Haltbarkeit wird aufgrund des Anstiegs des Exportgeschäftes für Markenartikler immer wichtiger. Bei den Convertern gibt es immer wieder Scavenger-Projekte und -anfragen, aber der große Durchbruch ist vor allem in Deutschland bisher ausgeblieben. Am liebsten hätten die Kunden eine Haltbarkeitsverlängerung ohne Mehrkosten.

Aber die wird es auch in Zukunft nicht geben.

Ansprechpartner: » Sebastian Klaus

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