Total Cost of Ownership – billig ist nicht immer auch preiswert

Die Wahl der Verpackung mit den geringsten Gesamtkosten ist eine daten- und zeitintensive Entscheidung, die klare Regeln und Rahmenbedingungen braucht.

Total Cost of Ownership-Analysen dienen der Bewertung der wirtschaftlichen Attraktivität von unterschiedlichen Verpackungssystemen. Ziel ist es, die Packmittel nicht nur nach deren Beschaffungskosten zu beurteilen, sondern auch alle anderen relevanten Kosten zu berücksichtigen. Diese ganzheitliche Betrachtung birgt aber eine Reihe von Herausforderungen, die zwar nicht unlösbar aber doch teilweise zeit- und datenintensiv sind.

Drei wesentliche Fragestellungen sind:

Systemgrenzen
Von welchem Anfangspunkt der Wertschöpfungskette bis zu welchem Endpunkt sollen die Kosten erfasst werden? Für einen Markenartikler sind die Systemgrenzen typischerweise vom Wareneingang im Lager bis zum Zentrallager des Handels. Damit werden die Einlagerung, die Abfüllung, die Zwischenlagerung bis hin zum Transport abgedeckt. Geklärt werden muss auch der Umgang mit den Entsorgungsgebühren. Ob diese mit einbezogen werden sollten, hängt immer davon ab, was man mit der Analyse erreichen will.

Szenarien
Im Anschluss sollte das Untersuchungsszenario definiert werden. Welches Produkt soll verpackt werden? Welches Füllvolumen und welche Packmittel werden betrachtet? In welchem Land wird abgefüllt und wohin wird transportiert? Schlussendlich muss der Durchlauf ausführlich und nachvollziehbar beschrieben werden, bevor mit der Datenerhebung begonnen wird. Denn eine umfassende Kostenanalyse bietet zwar sehr genaue Ergebnisse, hat aber auch einen entscheidenden Nachteil. Die Resultate sind nicht einfach auf andere Szenarien zu übertragen. So macht es natürlich einen Unterschied, ob die Verpackungsanlage in 2- oder 3-Schichten betrieben oder ob die Fertigware zum Handel über eine Entfernung von 50 oder 500 km transportiert wird.

Detailierungsgrad
Nun können die Daten erhoben werden, was gleich die nächste Gefahr birgt: der Detailierungsgrad. Bei einer ausführlichen Erhebung können schnell mehr als 1000 Parameter zusammenkommen. Die Frage ist, ob das wirklich zielführend ist. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. Die Transportkosten für die Überführung in das Zwischenlager können auf verschiedenen Ebenen erhoben werden. Am einfachsten ist die Abgeltung mit einem Paletten-Transportsatz (€ Gesamtkosten pro Palette). Dies mag bei der Verwendung eines externen Logistikdienstleisters sogar die sinnvollste Lösung sein, erscheint aber bei einem eigenen Fuhrpark als unzureichend. Schließlich hängen die wirklichen Kosten von vielen Parametern wie Kraftstoffverbrauch (abhängig vom Zuladungsgewicht), Personalaufwand, Abschreibung des Fahrzeugs, Instandhaltung, Mautgebühren etc. ab. Hier gilt es, eine sinnvolle Ebene zu finden, bei der Erhebungs-Aufwand und -Genauigkeit in einem vernünftigen Verhältnis stehen.

Fazit
Total Cost of Ownership-Analysen verursachen viel Arbeit. Die Ergebnisse rechtfertigen aber diesen Aufwand, da sie oft die Wirtschaftlichkeit von vermeintlich teureren Verpackungen belegen.

 

 

Ansprechpartner: » Sebastian Klaus

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