Verpackungsmarkt: Gute Aussichten trotz Pandemie

Während die meisten Industrien durch die Corona-Pandemie geschrumpft sind, verzeichnet der Verpackungsmarkt ein jährliches Wachstum von rund 5,5 Prozent. Eine Ausnahme bildet der Verpackungsmaschinenbau. Aber auch hier ist Licht am Ende des Tunnels. Branchen-Knackpunkt bleibt die Versorgungslage bei einigen Roh- und Packstoffen.

 

Zu den Gründen für das starke Wachstum des Verpackungsmarktes trotz Pandemie und Lockdown zählen die gestiegene Nachfrage nach FMCG- und Pharmaverpackungen sowie die dynamisch wachsenden Umsätze im E-Commerce. Was andere Industrien ausgebremst hat, zeigte sich in unserer Branche als Treiber. Rund 5,5 Prozent Wachstum sind ein starkes Statement.


Sonderfall Verpackungsmaschinen

Zu den Segmenten, die im Vergleich zur Vorjahresperiode sinkende Umsätze verzeichnen mussten, zählt vor allem der Verpackungsmaschinenbau. Hier mussten Unternehmen im Schnitt ein Minus von rund 4 Prozent verzeichnen. Der größte Schwund zeigte sich mit 12 Prozent im Inland, während das Auftragsvolumen im Ausland nur um 2 Prozent sank.

Hoffnung machen Zahlen einer Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Sie zeigen, dass der Umsatz für das Jahr 2021 bei 20 Prozent der befragten Unternehmen im Fachzweig Nahrungsmittelmaschinen und Verpackungsmaschinen wieder im Plusbereich liegt und auf das Umsatzniveau von 2019 zurückkehrt. Eine Mehrheit von 55 Prozent erwartet eine etwas längere Rekonvaleszenz und rechnet erst für das Jahr 2022 mit Umsätzen auf Vorkrisenniveau.


Angespannt: Materialien und Rohstoffe

Deutliche Auswirkungen der Pandemie zeigen sich bei der Versorgungslage mit Ausgangsmaterialien. Speziell im Bereich Papier und noch deutlicher bei Kunststoffgranulaten haben Unternehmen mit enorm gestiegenen Preisen und mangelnder Verfügbarkeit zu kämpfen.

Aber auch hier schalten die Ampeln langsam auf Grün. Laut VDMA-Umfrage erwarten 75 Prozent der Kunststoffverarbeiter, dass sich die allgemeine Wirtschaftslage gut oder zumindest befriedigend entwickelt.


Grund für Optimismus

Auch eine gesamtwirtschaftliche Studie von PricewaterhouseCoopers International (PwC) liefert Argumente für Optimismus. 80 Prozent der befragten CEOs deutscher Unternehmen rechnen mit einem Wirtschaftswachstum für 2021.

Das deckt sich mit unseren Erwartungen. Wir gehen davon aus, dass trotz Lockdown Anfang 2021 und selbst bei einem weiteren, harten aber befristeten Lockdown, die Verpackungsbranche dieses Jahr weiter sehr stark agieren wird und ihr Wachstum fortsetzen kann.

Unser Optimismus schließt auch das Segment Verpackungsmaschinen mit ein. Hier rechnen wir für 2021 fest mit einem Umsatzplus im Vergleich zu 2020, auch wenn das Niveau von 2019 noch nicht erreicht werden wird.

Für einen Großteil der Branche bleibt die Versorgungslage speziell bei Papier und Kunststoffgranulat der Knackpunkt. Andauernde oder sich verschärfende Engpässe würden zusätzliche Preissprünge nach sich ziehen – mit schmerzhaften Folgen für die Unternehmen bis hin zu Produktionsstopps.

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