Circular Economy

Circular Economy

Aus Kreislauswirtschaft wird Circular Economy

Manchmal müssen sich nur ein paar Dinge glücklich zusammenfügen und ein etwas betagtes Thema bekommt eine ganz neue Dynamik.
Durch die rein deutsche Brille betrachtet erschien das Thema Recycling wie ein alter Bekannter, dem nicht mehr viel spannendes Neues zu entlocken ist. Warum ist das Thema aktuell dennoch in aller Munde?
Aus unserer Sicht lassen sich hierzu eine ganze Reihe relevanter Treiber aus der jüngsten Vergangenheit anführen:

 

  1. New Plastics Economy Report

Eine anlässlich des Weltwirtschaftsgipfels 2016 in Davos veröffentlichte Studie der Ellen-MacArthur-Stiftung kommt zu zwei erschreckenden globalen Ergebnissen:

  • Global betrachtet landen 49 % der Kunststoff-Verpackungen nach der Nutzung auf der Deponie und weitere 32 % „verschwinden“ (z.B. im Meer)
  • Im Jahr 2050 könnte es mehr Kunststoff als Fisch in den Weltmeeren geben.

Die Stiftung fordert eine neue „Plastikwirtschaft”, bei der Plastik auch stärker recycelt werde und aktuell haben sich auch bereits eine Vielzahl von Unternehmen der Verpackungsindustrie dieser Initiative angeschlossen.

 

  1. Neues Verpackungsgesetz

Der Bundestag hat im März 2017 dem Verpackungsgesetz zugestimmt.
Hauptziel des Gesetzes ist es, wesentlich mehr Abfälle aus privaten Haushalten zu recyceln. Außerdem sollen Hersteller stärker dazu angehalten werden, ökologisch vorteilhafte und recyclingfähige Verpackungen zu verwenden. Die von Industrie und Handel finanzierten dualen Systeme müssen ab 2019 deutlich höhere Recycling-Quoten erfüllen. Diese gelten für alle Verpackungen, die bei dualen Systemen lizenziert sind. Die Recycling-Quote für Kunststoffverpackungen steigt bis zum Jahr 2022 von heute 36 % auf 63 %. Die Recycling-Quoten bei Metallen (heute bei 60 %), Papier (70 %) und Glas (75 %) steigen bis 2022 auf 90 % an.
Die Lizenzentgelte der dualen Systeme, die für die Entsorgung einer Verpackung zu zahlen sind, müssen sich zudem stärker an ökologischen Aspekten orientieren. Das belohnt die Hersteller, die bei der Gestaltung von Verpackungen berücksichtigen, dass diese gut recycelt werden können.

 

  1. Repräsentative Umfrage des dvi zu Verpackung und Recycling

Eine im Auftrag des dvi 2017 durchgeführte Befragung kommt zu dem Ergebnis, dass auch im Land des Recyclingweltmeisters Deutschland noch ein deutlicher Handlungsbedarf besteht.

 

  1. Markenartikler starten mit Closed-Loop-Recycling

Vorreiter wie Werner & Mertz aber auch Unternehmen wie Henkel führen seit 2016 im Rahmen von Pilotprojekten aber auch ersten echten Launches Verpackungen mit Post Consumer Recyclaten in den Markt ein.
Dies ist jedoch nicht mehr als ein Startschuss, dem nun weitere Aktivitäten auf allen Stufen der Verpackungs-Wertkette folgen müssen, damit am Ende eine echte Circular Economy steht.
Dass Konsumenten dies überall in der Welt dringend erwarten, zeigt eine repräsentative weltweite Umfrage aus dem Jahr 2017 von Canadian-Global Data, nach der die Recyclingfähigkeit einer Verpackung für fast 75 % der Befragten und die Verpackungseigenschaft „Made from recycled materials“ für 65 % der Befragten sehr wichtig oder gar extrem wichtig sind.

B+P ist von der Notwendigkeit nachhaltigen Handelns überzeugt und Nachhaltigkeit gehört seit Jahren zu den strategischen Beratungsfeldern.

 

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