Steckt Ihr Unternehmen in der Pubertät?

Steckt Ihr Unternehmen in der Pubertät
Bernard Lievegoed Friedrich Glasl Spannungsphase Unternehmensanalyse Unternehmensentwicklung

Friedrich Glasl und Bernard Lievegoed haben sich bereits seit den 60er Jahren wissenschaftlich mit der Dynamik der Unternehmensentwicklung auseinandergesetzt. Ihre bis heute gültige Erkenntnis: „Unternehmen entwickeln sich wie Menschen und kommen auch in die Pubertät”.

Das im folgenden erläuterte Modell zeigt die vier Phasen auf, in denen sich Organisationen demnach entwickeln.

Der Entwicklungsstand lässt sich anhand der Ausprägung verschiedener Unternehmens- und Organisationsausprägungen ermittelt und B+P verwendet das Modell gerne im Rahmen der Unternehmensanalyse.

Zu Beginn steht die Pionierphase (Kindheit), in der die Organisation als verschworene Gemeinschaft funktioniert. In dieser Phase wird weniger geplant, sondern viel improvisiert. Es gibt viel spontanen und direkten Kontakt unter den Mitarbeitenden wie auch zu der Kundschaft. In dieser Phase sind Organisationen meist sehr flexibel und effizient. Im Mittelpunkt gibt es meist eine charismatische Person, die die Fäden in der Hand hält und die Organisation und ihre Mitarbeitenden lenkt.

Gefolgt wird die Pionierphase von der Differenzierungsphase (Jugend), in der sich die Organisation zu einem rationalen Unternehmen entwickelt. Hier bemüht sich die Organisation um Transparenz, Systematik, Logik und Steuerbarkeit und bedient sich der Mittel der Organisationslehre, um das Unternehmen rational aufzustellen. Es entstehen Standardisierungen und Spezialisierungen und es gibt eine Trennung in verschiedene Abteilungen, zum Teil auch in unterschiedliche Geschäftsbereiche mit eigenen Produktions- und Marktorganisationen.

In der Differenzierungsphase tritt dann die als Spannungsphase bezeichnete Pubertät ein, die wir aktuell bei einem unserer Kunden mit folgenden typischen Merkmalen diagnostizieren konnten:

  • Hohe Eigenständigkeit der (Töchter-) Unternehmen mit hoher Reife und eigener Marktaufgabe
  • Keine Synergien in der Marktbearbeitung
  • Fehlende betriebswirtschaftliche Synergien nach innen
  • Fehlende strategische Klammer wird bemerkt
  • Verlust der “alten Werte” wird beklagt
  • Erste Zusammenarbeitsbereiche werden für Querschnittsthemen gesucht

Auf diese Spannungsphase sollte eine Integrationsphase (das „Erwachsen werden“) folgen. Die „Kinder“ werden selbständig, übernehmen ganzheitliche Aufgaben und können weitgehend selber planen, organisieren und handeln. Eine zentrale Stelle – die Holding – steuert und reglementiert an der langen Leine und bietet unterstützende und beratende Dienstleistungen an.

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    Karsten Beutner

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