FMCG-Märkte in Zeiten vor und nach Corona: Gewinner, Verlierer und Perspektiven

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Wie haben sich die FMCG-Märkte vor und während der Corona-Pandemie entwickelt? Welche Auswirkungen zeigen sich bei den eingesetzten Packstoffen? Und welche Prognosen lassen sich für die Zeit danach treffen? Wir haben uns für Sie schlau gemacht und im 3. Quartal 2021 eine Untersuchung der Märkte durchgeführt, aus denen sich wertvolle Rückschlüsse für Wachstumschancen in der Verpackungsindustrie treffen lassen.

 

Pandemie und Lockdown haben zu Umwälzungen im Konsumverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher geführt. Die Veränderungen betreffen einzelne Segmente im FMCG-Bereich unterschiedlich stark. Die Folgen zeigen sich einerseits beim Bedarf bzw. Einsatz der unterschiedlichen Verpackungsmaterialien, andererseits haben sie auch Auswirkungen auf den Verpackungsmaschinenbau.

 

Im 3. Quartal 2021 haben wir die Entwicklung der FMCG-Segmente in West- und Osteuropa untersucht. Wir wollten wissen, wie sich die Märkte vor und während Corona entwickelt haben und welche Branchen aus welchem Grund gewachsen bzw. geschrumpft sind. Für unsere Untersuchung haben wir Daten aus Schlüsselländern Ost- und Westeuropas berücksichtig.

 

Absatz-Entwicklung in den einzelnen FMCG-Segmenten

  • Nichtalkoholische Getränke: Hier war ein Rückgang zu verzeichnen. Die Gründe liegen in der erzwungenen Schließung von Bars und Restaurants sowie der fehlenden Möglichkeit, sich im Freien zu treffen und gemeinsame Zeit zu verbringen.
  • Alkoholische Getränke: Hier lässt sich ein besonders starker Rückgang verzeichnen. Dass das Absatzminus noch stärker ausfällt, liegt an dem „Geselligkeitsfaktor“ von Alkohol, der im Gegensatz zu nichtalkoholischen Getränken seltener alleine konsumiert wird.
  • Tiernahrung: Dieses Segment konnte ein gutes Wachstum verzeichnen. Die Pandemie führte dazu, dass sich viele Menschen ein Haustier zugelegt haben, um in der Isolation nicht zu vereinsamen.
  • Haushaltspflege: Auch hier kam es zu einem starken Wachstum. Die Menschen verbrachten zwangsläufig mehr Zeit zuhause und hatten „Muße“ und Bedürfnis, sich um den eigenen Wohnraum zu kümmern.
  • Kosmetik und Toilettenartikel: Dieses Segment musste einen überdurchschnittlichen Rückgang verzeichnen. Die Gründe liegen auf der Hand: Die Anlässe, sich „schick zu machen“ fehlten, weil Bars und Clubs geschlossen, private Feiern außerhalb des eigenen Haushalts verboten waren.
  • Lebensmittel: Hier gab es keine relevanten Veränderungen. Zwar konnten die Menschen weniger vor Ort einkaufen, was jedoch von Hamsterkäufen in vielen Lebensmittelbereichen, insbesondere bei Trockenprodukten aufgrund der guten Lagerfähigkeit.

 

Auswirkungen auf die Hauptverpackungsmaterialien

Betrachtet man die Menge der eingesetzten Packstoffe im Zeitraum vor und während der Pandemie, lassen sich viele Verlierer feststellen. Demgegenüber steht nur ein einziger Gewinner: flexible Verpackungen aus Kunststoff und Papier.

© Global Data (2021) | © B+P Consultants (2021)

 

Schlussfolgerungen

  • Technologie: Es lässt sich eine Verschiebung beim Investitionsverhalten in Bezug auf Maschinen und Anlagen beobachten. Dabei zeigt sich die Situation heterogen: Teilweise werden Investition zurückgehalten, teilweise lässt sich überproportionales Wachstum beobachten. Maschinenbauer sollten genau prüfen, wo jeweils Chancen und Risiken liegen. Entsprechend muss zumindest übergangsweise die Unternehmensausrichtung angepasst werden.
  • Material: Grundsätzlich werden Marktveränderungen aktuell überschattet von den Themen Rohstoffverfügbarkeit und Preiserhöhungen. Ebenso grundsätzlich jedoch auch hier, dass eine genauere Prüfung nötig ist, wo jeweils Chancen und Risiken liegen – und wo die Unternehmensausrichtung zumindest übergangsweise angepasst werden sollte.

Wir erwarten, dass sich die Lage wieder entspannen und normalisieren wird, sobald die staatlich verordneten Bewegungseinschränkungen zurückgenommen werden.

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